Wenn irgendwo kein Countdown blinkt, kein Rabatt künstlich nach Panik riecht und niemand so tut, als wären nur noch drei Stück verfügbar, wird der moderne Kunde offenbar nervös und fragt sich, wo der Haken ist.
Ich betreibe ja seit einiger Zeit meinen Online-Store Funstuff.at. Und wie jeder halbwegs vernünftige Mensch, der etwas Neues anfängt und nicht glaubt, die Weisheit direkt aus dem eigenen Hintern zu channeln, habe ich mir Unterstützung geholt. Coaching. Beratung. Dieses magische Ding, bei dem jemand, der weiß, wie E-Commerce funktioniert, dir erklärt, welche Knöpfe du drücken sollst, damit Kunden kaufen, statt nur mit halb interessiertem Blick durch den Shop zu scrollen und danach wieder Socken bei Amazon zu bestellen.
Und was soll ich sagen: Ja, Ludwig, du hast wahrscheinlich recht. Künstlich höhere Preise, dann Rabatte drauf, Sonderaktionen, Countdown, Verknappung, „nur heute“, „fast ausverkauft“, „dein Warenkorb weint schon“, der ganze psychologische E-Commerce-Zirkus aus der Trickkiste für Menschen, die offenbar erst kaufen, wenn sie glauben, gerade einen Kampf gegen die Zeit gewonnen zu haben. Das funktioniert sicher. Der Markt ist voll davon. Und genau deshalb kotzt es mich an.
Ich habe es versucht. Wirklich. Ich habe versucht, diese Mechaniken anzuwenden, so wie man es eben angeblich machen muss, wenn man nicht komplett naiv in den Onlinehandel stolpern will. Aber wenn ich meinen eigenen Shop anschaue und beim Preis- und Marketingaufbau selbst das Bedürfnis bekomme, erstmal duschen zu gehen, dann ist das für mich der falsche Weg. Ich kann keinen Store betreiben, der sich für mich selbst nach „Verarsche hoch zehn, aber hübsch verpackt“ anfühlt.
Also ist Funstuff.at jetzt das, was es ist. Ein Store mit Designs, die ich gut finde. Mit Motiven, die meinen Humor treffen. Mit Preisen, die so kalkuliert sind, dass der Kunde nicht abgezogen wird, der Lieferant bezahlt ist und ich mir am Ende vielleicht ein Bier leisten kann, ohne dabei so zu tun, als hätte ich gerade das Geschäftsmodell der Menschheit revolutioniert. Sehr unspektakulär, ich weiß. Fast schon gefährlich ehrlich.
Vielleicht ist das nicht der brutalste Marketing-Hack. Vielleicht verkauft sich Ehrlichkeit schlechter als künstlicher Druck. Vielleicht wäre es smarter, dir erst einen Mondpreis hinzuknallen, ihn dann dramatisch zu reduzieren und so zu tun, als würde ich gerade mein eigenes Überleben für deinen Warenkorb opfern. Aber dann wäre es eben nicht mehr meins. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Wenn sich dein eigenes Projekt für dich selbst falsch anfühlt, kannst du dir den Erfolg auch gleich in die Haare schmieren.
Deswegen bitte ich dich hier ganz schlicht um eines: Schau mal bei https://funstuff.at vorbei. Stöbere durch. Vielleicht findest du etwas, das zu dir passt. Vielleicht findest du ein Geschenk für jemanden, der genau diesen Humor braucht. Und wenn nicht, ist auch gut. Dann hast du zumindest einen Shop gesehen, der nicht versucht, dich mit künstlichem Panikmarketing am Kragen in den Warenkorb zu zerren.
Danke an jeden, der reinschaut, teilt, bestellt oder einfach einem Menschen den Link schickt, bei dem er denkt: Ja, das wäre genau sein Ding. Support muss nicht immer laut sein. Manchmal reicht ein Klick, ein Teilen, ein Kauf oder ein ehrliches „schau dir das mal an“. Und ja, auch ich brauche Support. Tragisch menschlich, ich weiß.
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