Und genau das verstehen erstaunlich viele nicht. Sie übernehmen Verantwortung für Emotionen, die nie ihre Verantwortung waren. Sie glauben, wenn sie nur genug lieben, genug geben, genug Verständnis haben, dann müsste der andere doch irgendwann glücklich werden. Als wäre Glück ein IKEA-Regal, das man nur korrekt zusammenbauen muss.
Das Problem daran? Du beginnst irgendwann, dich selbst nach der Stimmung anderer Menschen zu bewerten. Ist dein Partner traurig, fühlst du dich schuldig. Ist jemand unzufrieden, suchst du automatisch den Fehler bei dir. Du rennst herum wie ein emotionaler Kundendienst mit Dauerbereitschaft und wunderst dich irgendwann, warum du selbst komplett leer wirst.
Natürlich beeinflussen wir einander. Wäre auch seltsam, wenn nicht. Menschen können sich gegenseitig guttun, inspirieren, auffangen, stärken. Aber das ist etwas anderes als die Verantwortung für das Glück eines anderen Menschen zu tragen.
Denn Glück ist kein Geschenk, das man jemandem überreichen kann wie einen Gutschein mit Schleife drumherum. Es entsteht aus dem Inneren eines Menschen. Aus seinen Gedanken, seinem Umgang mit sich selbst, seinen Entscheidungen, seinen Perspektiven. Du kannst dabei unterstützen, aber du kannst es nicht für jemanden erzeugen.
Und genau deshalb scheitern so viele Beziehungen an einer völlig absurden Erwartung: „Mach mich glücklich.“ Klingt romantisch, ist aber in Wahrheit eine emotionale Vollzeitstelle mit Burnout-Garantie.
Der andere Mensch ist nicht dafür da, deine innere Leere dauerhaft zu kompensieren. Genauso wenig bist du dafür da, permanent die Sonne im Leben eines anderen zu spielen, während dein eigenes Licht langsam ausgeht.
Liebe bedeutet nicht, jemanden glücklich zu machen.
Liebe bedeutet, gemeinsam durchs Leben zu gehen, ohne die Verantwortung für das Innenleben des anderen komplett zu übernehmen.
Das ist ein verdammt großer Unterschied.
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