LifeArchitect.at Selbstführung beginnt, wo Selbstbetrug endet.

Bei Sonnenschein können erstaunlich viele Menschen fantastische Partner sein. Urlaub, gutes Essen,

Bei Sonnenschein können erstaunlich viele Menschen fantastische Partner sein. Urlaub, gutes Essen, ausreichend Schlaf, Sex funktioniert, Geld reicht und niemand hat gerade eine Existenzkrise. Unter solchen Laborbedingungen bekommt vermutlich sogar ein emotionaler Betonklotz eine halbwegs brauchbare Beziehung hin. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt romantisches Leben auf Schwierigkeitsgrad „Tutorial“ erfolgreich absolviert.

Interessant wird es erst, wenn das Leben auf die beschissene Idee kommt, tatsächlich Leben zu sein. Einer verliert den Job, jemand wird krank, das Geld wird knapp, Eltern werden alt, Kinder rauben euch den letzten funktionsfähigen Nerv oder einer von euch steckt plötzlich bis zum Hals in einer persönlichen Krise. Dann zeigt sich ziemlich schnell, ob du einen Partner hast oder lediglich einen sehr angenehmen Freizeitbegleiter mit gemeinsamem Netflix-Account.

Denn Liebe ist leicht, wenn der andere gerade liebenswert funktioniert. Charakter zeigt sich, wenn dein Gegenüber müde, überfordert, verängstigt oder schlicht nicht besonders unterhaltsam ist. Dann merkst du, ob jemand zuhören kann, ohne sofort alles auf sich zu beziehen, ob Konflikte gemeinsam gelöst werden oder ob plötzlich Schweigen, Schuldzuweisungen und passiv-aggressive Küchenakrobatik zum bevorzugten Kommunikationsmodell werden.

Und nein, das bedeutet nicht, dass ein guter Partner jedes Problem stoisch lächelnd wegtragen muss. Dieses romantische „Wir gegen die Welt“ klingt in Filmen fantastisch, wird im echten Leben aber schnell zu zwei überforderten Menschen, die gemeinsam keine Ahnung haben und sich gegenseitig versichern, dass Liebe bestimmt reichen wird. Tut sie nicht immer. Liebe ist ein verdammt guter Anfang, aber ohne Vertrauen, Kommunikation, Respekt und die Bereitschaft, gemeinsam an Problemen zu arbeiten, ist sie irgendwann nur noch ein schönes Wort auf den Trümmern.

Eine funktionierende Beziehung erkennst du deshalb nicht daran, dass ihr niemals streitet. Du erkennst sie daran, wie ihr streitet. Könnt ihr euch nach einem Konflikt noch ansehen, ohne innerlich bereits den Leichenwagen für die Beziehung zu bestellen? Könnt ihr sagen: „Ich hatte Unrecht“, ohne dass spontan ein Ego stirbt? Könnt ihr ein Problem gemeinsam bekämpfen, statt irgendwann den Partner zum Problem zu erklären?

Schau dir einen Menschen also nicht nur an, wenn er verliebt ist. Schau hin, wenn er enttäuscht ist. Wenn etwas nicht nach seinem Plan läuft. Wenn du Nein sagst. Wenn du schwach bist und gerade nichts zu bieten hast, außer dir selbst und einer ziemlich beschissenen Woche.

Denn im leichten Leben verliebt man sich in Eigenschaften.

Im schweren Leben lernt man den Charakter kennen.

Und du brauchst keinen Menschen, der bei jedem Sturm sofort beweist, dass er ein menschlicher Felsbrocken ist. Du brauchst jemanden, der nicht gleich das Schiff anzündet, nur weil die See unruhig wird. Jemanden, der sagen kann: „Ich weiß gerade auch nicht weiter, aber wir setzen uns hin und finden es heraus.“

Genau dort beginnt Partnerschaft.

Nicht beim perfekten Hochzeitsfoto. Nicht beim Jahrestag auf Instagram. Nicht bei „Für immer und ewig“, während im Hintergrund gerade jemand 120 Euro für eine Torte bezahlt, die niemand wirklich essen will.

Sondern an diesem völlig unspektakulären Dienstag, an dem beide erschöpft sind, das Leben nervt und trotzdem keiner vergisst, dass auf der anderen Seite des Problems nicht der Feind sitzt.

Wenn ihr Beziehungen nicht nur romantisch fühlen, sondern bewusst gestalten wollt, haben meine Frau, meine Nachteule, und ich genau darüber zwei Bücher gemeinsam geschrieben. Nicht aus der bequemen Beobachterposition zweier Menschen, die theoretisch erklären, wie Beziehung angeblich funktioniert, sondern aus unserer gemeinsamen Sicht auf Vertrauen, Kommunikation, Konflikte, Nähe, Rückschläge und dieses manchmal herrlich chaotische Projekt namens Partnerschaft.

„Gemeinsam wachsen“ beschäftigt sich mit Vertrauen, Kommunikation, Konfliktlösung, Intimität und der bewussten Weiterentwicklung einer Beziehung.

https://gw.lifearchitect.at/

Und „Lena und Max: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft“ erzählt diese Themen als Geschichte über Distanz, alte Muster, Rückschläge, neue Nähe und zwei Menschen, die lernen müssen, wieder miteinander statt nur nebeneinander zu leben.

https://lenaundmax.lifearchitect.at/

Beide Bücher haben meine Nachteule und ich gemeinsam geschrieben. Was vermutlich auch ganz passend ist, wenn man Bücher darüber veröffentlicht, wie zwei Menschen gemeinsam etwas aufbauen.

Denn das Leben wird nicht dauerhaft leicht.

Such dir deshalb keinen Menschen, der nur deine Sonne liebt.

Such dir jemanden, mit dem du auch durch verdammtes Scheißwetter gehen kannst.

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