Was die meisten wirklich festhält, ist nicht das Risiko, sondern die Gewohnheit.

Was die meisten wirklich festhält, ist nicht das Risiko, sondern die Gewohnheit. Die Rolle, die man kennt.

Das Leben, das man sich eingerichtet hat.

Das Gefühl, zumindest zu wissen, wer man ist, auch wenn man es längst nicht mehr wirklich mag.

Manchmal ist dieses eine Risiko, vor dem man gerade zurückzuckt, genau das Ding, das alles verändern könnte. Nicht, weil es sicher ist oder weil man weiß, dass es gut ausgeht, sondern weil es einen aus etwas rausholt, das zwar vertraut ist, aber längst nicht mehr richtig.

Ich glaube nämlich nicht, dass man in solchen Momenten Angst hat, weil man etwas nicht kann. Meist hat man Angst, weil man Neuland betritt. Weil man etwas tut, wofür es noch keine Routine gibt, keinen Plan, keine Beweise, dass man damit klarkommt.

Das Bekannte fühlt sich sicher an, selbst wenn es einen klein hält. Man weiß, wie man sich dort bewegt, wie man funktioniert, wie man sich erklärt. Das Unbekannte dagegen wirkt gefährlich, obwohl es vielleicht genau der Raum wäre, in dem man wieder wachsen würde.

Viele halten diese Angst für ein Warnsignal und sagen dann: Das ist wohl nichts für mich. Dabei ist Angst oft einfach nur das Zeichen, dass die alten Grenzen nicht mehr reichen. Dass man kurz davor ist, etwas zu tun, das einen verändern würde.

Was die meisten wirklich festhält, ist nicht das Risiko, sondern die Gewohnheit. Die Rolle, die man kennt. Das Leben, das man sich eingerichtet hat. Das Gefühl, zumindest zu wissen, wer man ist, auch wenn man es längst nicht mehr wirklich mag.

Dann nennt man Stillstand plötzlich Vernunft. Man sagt, man wartet noch, man bereitet sich vor, das Timing ist noch nicht richtig. Und manchmal ist das alles einfach nur eine sehr clevere Art, nichts zu verändern.

Vielleicht geht es also gar nicht darum, mutig zu sein. Vielleicht geht es darum, ehrlich zu sein. Ehrlich genug, um zu sehen, dass man gerade nicht sein Leben schützt, sondern seine Bequemlichkeit.

Und ehrlich genug, um zu akzeptieren, dass der Schritt, der einem jetzt Angst macht, nicht deshalb beängstigend ist, weil er falsch ist, sondern weil er einen nicht mehr derselbe Mensch sein lässt wie vorher.

Wolfgang +43 676 900 1845

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