Weißt du, manchmal frage ich mich wirklich, warum so viele Menschen immer noch versuchen, fair zu spielen in einer Welt, die ihnen gegenüber nie fair war. Als wäre Anpassung eine moralische Pflicht und Durchhalten ein Beweis von Charakter.
Die Schule hat dir beigebracht, dass Fleiß belohnt wird. Dass Regeln Sicherheit geben. Dass du schon ankommst, wenn du brav genug bist und nicht zu sehr aneckst. Die Gesellschaft hat das später verfeinert. Sei realistisch. Sei dankbar. Übertreib es nicht. Bleib in deinem Rahmen. Und irgendwo auf diesem Weg hast du gelernt, dass Stillhalten als Vernunft gilt.
Und trotzdem wartest du vielleicht immer noch.
Auf den Moment, in dem das System sagt: Jetzt bist du dran.
Aber wenn man ehrlich hinschaut, hat dieses System nie wirklich fair gespielt. Es hat versprochen, aber selten geliefert. Es hat Chancen verteilt, als wären sie neutral, obwohl sie es nie waren. Und es hat Regeln aufgestellt, die weniger dazu da sind, dich frei zu machen, sondern dich berechenbar zu halten.
Viele glauben ernsthaft, dass sie sich freikämpfen, indem sie alles richtig machen. Dass sie irgendwann rauskommen, wenn sie nur lange genug mitspielen. Aber genau das hält sie fest. Denn das Spiel ist nicht dafür gemacht, dass alle gewinnen. Es ist dafür gemacht, dass die meisten funktionieren.
Die Menschen, die wirklich vorankommen, sind fast nie die, die perfekt ins Raster passen. Es sind die, die irgendwann gemerkt haben, dass dieses Drehbuch nicht für sie geschrieben wurde. Die aufgehört haben, auf Erlaubnis zu warten. Die Regeln nicht aus kindlichem Trotz brechen, sondern aus Klarheit darüber, dass diese Regeln ihnen nichts bringen.
Du wirst ein manipuliertes Spiel nicht gewinnen, indem du dich strikt an seine Regeln hältst. Und solange du glaubst, dass Fairness allein dich retten wird, spielst du weiter ein Spiel, das von Anfang an gegen dich lief. Nicht, weil du unfähig bist, sondern weil das Spielfeld so gebaut wurde.
Der eigentliche Wendepunkt kommt nicht, wenn du härter kämpfst.
Er kommt, wenn du erkennst, dass du überhaupt kämpfst.
Wenn du begreifst, dass du nicht verpflichtet bist, jedes Spiel mitzuspielen. Dass du nicht warten musst, bis jemand dir erlaubt, anders zu leben. Und dass Freiheit selten dort entsteht, wo man sich perfekt anpasst.
Manchmal bedeutet Erwachsenwerden nicht, sich besser an die Regeln zu halten.
Sondern zu erkennen, welche Regeln man ignorieren kann.
Und ab da hört das Warten auf.
Ab da beginnst du, dein eigenes Spielfeld zu bauen.
Wolfgang +43 676 900 1845
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