Mentale Müdigkeit entsteht selten, weil du zu viel tust

Wenn dein Körper müde ist, legst du dich hin.
Wenn dein Kopf müde ist, wohin gehst du dann?

Vor ein paar Tagen saß ich mit einem Freund zusammen. Kein Drama. Kein Zusammenbruch. Er funktioniert. Job läuft. Beziehung läuft. Alltag läuft.

Und dann sagt er diesen Satz, ganz ruhig:
„Ich bin nicht körperlich müde. Ich bin einfach im Kopf fertig.“

Das ist diese Art von Müdigkeit, die man nicht sieht. Du gehst arbeiten. Du lachst sogar. Du erledigst Dinge. Aber innerlich läuft ein Dauerprogramm.

Du liegst abends im Bett. Der Körper ist bereit. Aber dein Kopf nicht.
Er spielt Gespräche von gestern nochmal durch.
Er konstruiert Szenarien für morgen.
Er zerlegt Entscheidungen, die du noch gar nicht getroffen hast.
Er sucht nach Problemen, nur um sicherzugehen, dass du nichts übersiehst.

Und selbst wenn du einschläfst, nimmt er dich mit.
In Träume, die sich nicht wie Erholung anfühlen, sondern wie eine Nachtschicht.

Und nein, wir haben kein Buzzword gebraucht.
Kein „Burnout“.
Kein „ADHS“.
Keine selbstdiagnostizierte Vier-Buchstaben-Störung, die dir jemand auf TikTok in 30 Sekunden erklärt hat.

Er war nicht krank.
Er war überladen.

Ich habe ihn gefragt: „Was ist gerade in deinem Leben nicht entschieden?“
Er hat mich angeschaut. Und gelacht. Dieses kurze Lachen, wenn man weiß, dass man getroffen wurde.

Mentale Müdigkeit entsteht selten, weil du zu viel tust.
Sie entsteht, weil du zu viel mit dir herumträgst.

Unklare Gespräche.
Halb getroffene Entscheidungen.
Unausgesprochene Wahrheiten.
Konflikte, die man wegmoderiert, statt sie sauber zu klären.

Und dann wird es richtig gefährlich, wenn du in einem Umfeld unterwegs bist, in dem alles analysiert wird. Wenn hinter jedem Ereignis eine „Botschaft“ stecken soll. Wenn jede Begegnung ein „Spiegel“ ist. Wenn jedes unangenehme Gefühl sofort ein „Thema“ ist, das du erst verstehen musst, bevor du handeln darfst.

Dann wird dein Leben zu einem Dauer-Interpretationsprojekt.

Du analysierst dich selbst beim Denken.
Du hinterfragst deine Gefühle, während du sie fühlst.
Du suchst nach der tieferen Ebene, statt einfach eine Entscheidung zu treffen.

Und dein Kopf bekommt nie Pause.

Nicht, weil er kaputt ist.
Sondern weil du ihm ständig neues Material gibst.

Ich habe ihm gesagt: „Du brauchst nicht mehr Verständnis. Du brauchst Klarheit.“

Nicht jede Emotion ist ein Trauma.
Nicht jeder Gedanke ist ein Zeichen.
Nicht jede Erschöpfung ist eine Störung.

Manchmal ist dein System einfach müde, weil du ständig innerlich verhandelst, statt zu entscheiden.

Mentale Ruhe kommt nicht durch noch mehr Nachdenken.
Sie kommt, wenn Dinge abgeschlossen sind.

Wenn ein Gespräch geführt wurde.
Wenn eine Grenze gesetzt wurde.
Wenn eine Entscheidung getroffen wurde – auch wenn sie nicht perfekt ist.

Und genau dort setze ich in meiner Arbeit an.

Nicht mit Diagnosen.
Nicht mit spirituellen Deutungen.
Nicht mit Etiketten.

Sondern mit Klarheit.

Wir schauen nicht, welches neue Wort auf dich passt.
Wir schauen, welche offenen Schleifen dich wachhalten.
Welche Muster du dir schönredest.
Wo du ausweichst.
Wo du dich selbst analysierst, statt zu handeln.

Und dann räumen wir auf.

Sauber. Direkt. Ohne Drama.

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, dann ist das kein Zufall.
Dann weißt du genau, wie sich diese Art von Müdigkeit anfühlt.

Und vielleicht brauchst du gerade keinen weiteren Ratgeber.
Sondern ein klares Gespräch.

Wolfgang +43 676 900 1845

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