Lass niemals zu, dass Menschen, die du liebst, schlecht über sich selbst sprechen.

Und lass erst recht nicht zu, dass sie sich dafür entschuldigen, dass sie sind, wie sie sind.

Das klingt erstmal simpel. Fast wie ein netter Kalenderspruch. Aber wenn man genauer hinschaut, ist es alles andere als banal.

Wir sind unglaublich gut darin, uns selbst kleinzumachen. In kleinen Sätzen, die harmlos wirken. „Ich bin halt so.“ „Ich kann das nicht.“ „Das ist eh nichts Besonderes.“ „Sorry, ich bin zu viel.“ Oder noch perfider: in Witzen über uns selbst, die eigentlich nur getarnte Selbstabwertung sind. Und meistens merken wir gar nicht, wie oft wir das tun. Es läuft nebenbei. Wie ein innerer Kommentar, der ständig mitläuft und selten freundlich ist.

Und irgendwann wird das normal. Für uns. Für die Menschen um uns herum. Man hört es so oft, dass niemand mehr stoppt und sagt: Halt. So redest du nicht über dich.

Aber genau das sollten wir tun. Gerade bei den Menschen, die wir lieben.

Nicht, weil man ihnen ein positives Mantra aufzwingen sollte. Nicht, weil man so tun müsste, als wäre alles immer großartig. Sondern weil Worte nicht harmlos sind. Was jemand ständig über sich sagt, wird irgendwann zur inneren Realität. Und was zur inneren Realität wird, bestimmt, wie viel Raum sich jemand im Leben erlaubt.

Wenn jemand, den du liebst, sich ständig entschuldigt für seine Art, für seine Gefühle, für seine Grenzen, dann ist das kein Zeichen von Bescheidenheit. Es ist ein Zeichen, dass dieser Mensch gelernt hat, sich selbst zu viel zu sein. Oder nicht genug. Oder irgendwie falsch.

Und das tut weh, wenn man genau hinschaut.

Denn meistens haben diese Menschen irgendwann gelernt, dass sie so, wie sie sind, unbequem waren. Zu laut. Zu sensibel. Zu direkt. Zu langsam. Zu chaotisch. Zu intensiv. Zu irgendwas. Und statt die Welt daran zu messen, haben sie angefangen, sich selbst zu kürzen. Sich zu erklären. Sich zu entschuldigen.

Und wir lassen das oft durchgehen. Aus Höflichkeit. Aus Bequemlichkeit. Oder weil wir nicht wissen, was wir sagen sollen.

Aber Liebe zeigt sich nicht darin, alles kommentarlos stehen zu lassen. Liebe zeigt sich manchmal darin, sanft, aber klar zu sagen: Hör auf, so über dich zu reden. Das bist nicht du. Das ist nur das, was du über dich gelernt hast zu glauben.

Das bedeutet nicht, dass man Kritik verbieten soll. Oder Entwicklung. Oder ehrliche Selbstreflexion. Es bedeutet nur, dass es einen Unterschied gibt zwischen Verantwortung übernehmen und sich selbst permanent kleinmachen.

Wenn jemand, den du liebst, sich für sein Wesen entschuldigt, dann entschuldigt er sich im Grunde dafür, Platz einzunehmen. Und das ist vielleicht eines der traurigsten Dinge überhaupt.

Also ja, ich glaube wirklich: Wir sollten das nicht durchgehen lassen. Wir sollten nicht mitlachen, wenn sich jemand selbst abwertet. Wir sollten nicht nicken, wenn jemand sich kleiner macht, als er ist. Wir sollten nicht schweigen, wenn jemand beginnt, sich selbst zu verlernen.

Nicht belehrend. Nicht dramatisch. Sondern klar und menschlich.

Weil Menschen, die du liebst, nicht lernen müssen, weniger sie selbst zu sein.
Sie müssen lernen, sich nicht mehr dafür zu entschuldigen, dass sie es sind.

Wolfgang +43 676 900 1845

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