LifeArchitect.at Selbstführung beginnt, wo Selbstbetrug endet.

Du kennst doch diesen Spruch: „Das Universum kennt kein NEIN.“

Bevor wir jetzt allerdings unsere Bestellung beim kosmischen Versandhaus aufgeben, könnten wir uns mit etwas beschäftigen, das nachweislich näher an dir dran ist: deinem eigenen verdammten Gehirn.

Und gleich vorweg, damit nicht morgen irgendein Neurobiologe mit der Mistgabel vor meiner Tür steht: Dein Gehirn versteht selbstverständlich Verneinungen. Wenn ich sage „Spring nicht aus dem Fenster“, interpretiert dein Kopf das nicht als freundliche Einladung zum Freiflug. Das Interessante ist etwas anderes. Um eine Verneinung zu verstehen, muss dein Gehirn häufig erst einmal das verneinte Konzept aktivieren.

Probieren wir es aus. Denk jetzt bitte nicht an einen rosa Elefanten. Denk auf keinen Fall an dieses fette rosa Vieh mit großen Ohren, das gerade völlig bescheuert mitten in deinem Wohnzimmer steht. Fantastisch, oder? Dein Gehirn hat die Anweisung perfekt verstanden und trotzdem musste der Elefant kurz zur geistigen Anwesenheitskontrolle erscheinen.

Genau deshalb ist es spannend, wie wir mit uns selbst reden. „Ich will nicht scheitern.“ „Ich darf keinen Fehler machen.“ „Ich will nicht wieder verletzt werden.“ „Ich möchte nicht mehr so faul sein.“ Gratulation, dein mentales Tagesprogramm besteht jetzt aus Scheitern, Fehlern, Verletzung und Faulheit, aber wenigstens hast du überall ein hübsches „nicht“ davorgeklebt.

Das bedeutet nicht, dass du ab morgen nur noch positive Sätze murmeln musst, bis dir ein Tesla aus dem Universum vor die Haustür manifestiert wird. Sprache ist keine Zauberei, und dein Gehirn ist kein schlecht programmierter Wunschautomat. Aber worauf du deine Aufmerksamkeit immer wieder richtest, beeinflusst ziemlich zuverlässig, womit du dich beschäftigst. Und womit du dich beschäftigst, beeinflusst wiederum deine Entscheidungen.

Das ist der Unterschied zwischen „Ich will nicht mehr ständig alles aufschieben“ und „Ich fange heute mit dieser einen Sache an“. Der erste Satz beschreibt ausführlich das Problem. Der zweite beschreibt eine Handlung. Dein Leben verändert sich erstaunlicherweise häufiger durch Handlungen als durch grammatikalisch korrekt formulierte Wünsche an die Milchstraße.

Menschen lieben trotzdem die Universumsvariante. Die ist schließlich viel angenehmer. Wenn es funktioniert, war deine Schwingung großartig, und wenn es nicht funktioniert, hast du vermutlich irgendwo versehentlich negativ gedacht. Ein vollkommen wasserdichtes System, solange niemand die unverschämte Frage stellt, was du eigentlich konkret getan hast.

Vielleicht solltest du deshalb weniger darüber nachdenken, ob das Universum dein „Nein“ versteht. Frag lieber, welche Anweisungen du deinem eigenen Kopf den ganzen Tag gibst. „Bloß keinen Fehler machen“ erzeugt einen anderen Fokus als „Ich mache den nächsten sinnvollen Schritt“. „Ich will keine Angst haben“ ist etwas anderes als „Ich handle, obwohl ich Angst habe“.

Und da sitzt der eigentliche Lappen. Nicht im Universum, nicht in irgendeiner Frequenz und vermutlich auch nicht rückläufig im Merkur. Er sitzt in deinem Kopf und produziert hervorragend klingende Gründe dafür, warum du dich weiterhin auf das konzentrierst, was du vermeiden willst. Danach nennt er das sorgfältige Selbstreflexion und geht zufrieden schlafen.

Selbstführung beginnt deshalb nicht mit dem perfekten positiven Satz. Sie beginnt damit, dass du merkst, wie du denkst, worauf du dich konzentrierst und ob daraus irgendeine brauchbare Handlung entsteht. Du kannst dir täglich erzählen, was du alles nicht mehr möchtest. Dein Leben interessiert sich irgendwann trotzdem dafür, was du stattdessen tust.

Genau darum geht es auch in „Reiß dich mal zusammen, du Lappen!“. Weniger kosmische Bestellung, mehr Verantwortung, Disziplin und tatsächliches Handeln. Wenn dein innerer Lappen gerade wieder hervorragend erklärt, was alles nicht geht, findest du hier etwas Gegenwind: https://lappen.lifearchitect.at

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