Weißt du, was mich manchmal wirklich amüsiert? Die Zielstrebigkeit eines Süchtigen. Ganz ehrlich. Hast du schon einmal einen Alkoholiker sagen hören: „Heute kann ich nicht trinken, das kann ich mir gerade nicht leisten“? Nein. Natürlich nicht. Der findet einen Weg. Irgendwie wird Geld aufgetrieben. Irgendwie wird gefahren. Irgendwie wird organisiert. Da gibt es kein „Timing ist gerade schlecht“ und kein „Ich brauch erst noch den richtigen Moment“. Wenn etwas Priorität hat, dann wird es gemacht. Punkt.
Und dann sitzen wir da, geschniegelt, reflektiert, halbwegs ambitioniert, erzählen uns, wir hätten unser Leben im Griff – und kriegen trotzdem nichts gebacken. Wir haben To-do-Listen, Visionen, Business-Ideen, Fitnesspläne, Buchprojekte und mindestens drei Podcasts über Disziplin gehört. Aber wenn es darum geht, wirklich loszulegen, wird erstmal verhandelt. „Gerade ist viel los.“ „Ich will es sauber planen.“ „Ich fang Montag an.“ „Ich brauch noch ein bisschen Klarheit.“
Schon interessant, oder?
Ein Mensch mit einer destruktiven Gewohnheit organisiert Fokus, Energie und Kreativität für etwas, das ihm schadet – und wir schaffen es nicht, dieselbe Konsequenz für etwas aufzubringen, das uns voranbringen würde. Das ist keine Verherrlichung von Sucht. Das ist eine ironische Beobachtung über Prioritäten.
Wenn jemand etwas wirklich will, findet er Wege. Wenn er es nur halb will, findet er Gründe. Und wir sind Weltmeister im Gründe finden. Wir nennen es „realistisch sein“. Wir nennen es „abwägen“. Wir nennen es „Timing“. In Wahrheit ist es oft einfach Bequemlichkeit, gut formuliert.
Vielleicht ist die unbequeme Wahrheit nicht, dass wir unfähig sind. Vielleicht sind wir einfach nicht annähernd so entschlossen, wie wir glauben. Denn Entschlossenheit sieht nicht elegant aus. Sie ist nicht perfekt geplant. Sie ist nicht Instagram-tauglich. Sie ist manchmal stur, manchmal unbequem, manchmal fast schon lächerlich kompromisslos.
Und genau da liegt die Pointe hinter dem Ganzen: Wenn ein Mensch für etwas, das ihm schadet, so viel Energie mobilisieren kann – stell dir vor, was möglich wäre, wenn du diese Energie einmal bewusst auf etwas richtest, das dich wirklich weiterbringt.
Don’t let an alcoholic hustle harder than you.
Ironisch gemeint.
Aber nicht ganz.
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