Wahrscheinlich nicht.
Neulich ruft mich meine Frau ins Wohnzimmer.
„Komm her, das musst du sehen.“
Eine Szene aus einer Serie. Voltaire steht da, geschniegelt, leicht arrogant, verbal bewaffnet und zerlegt mit ein paar ruhigen Sätzen ein komplettes Weltbild.
Ich schaue mir das an.
Er redet.
Ich nicke.
Mein Kommentar:
„Ja, aber er hat doch recht mit dem, was er sagt.“
Meine Frau grinst.
„Du bist irgendwie die Reinkarnation von Voltaire.“
Fun Fact:
Meine Frau hat mir kurz erklärt wer Voltaire eigentlich war und trotzdem musste Ich Voltaire danach erstmal googeln.
Nicht aus Bescheidenheit.
Sondern aus ehrlicher Unwissenheit.
Und während ich lese, wer dieser Herr war, denke ich mir:
Ah.
Deshalb.
Der Mann hatte offenbar die unangenehme Angewohnheit, Autoritäten nicht einfach zu glauben. Er hat Dinge hinterfragt, die man angeblich nicht hinterfragt. Kirche. Macht. Moral. Systeme.
Nicht laut.
Nicht hysterisch.
Sondern logisch.
Und genau da wurde mir klar, was meine Frau eigentlich meinte.
Ich habe keine Geduld für Denkverbote.
Wenn jemand sagt: „Das ist halt so“, frage ich: „Warum?“
Wenn jemand sagt: „Man darf das nicht kritisieren“, frage ich: „Wer sagt das?“
Wenn jemand mit viel Pathos Unsinn verkauft, höre ich mir das ruhig an – und zerlege es Satz für Satz.
Nicht, weil ich Recht haben will.
Sondern weil ich wissen will, ob es stimmt.
Voltaire hat Religion nicht angegriffen, weil er rebellisch sein wollte. Er hat Machtstrukturen angegriffen, wenn sie Menschen klein gehalten haben.
Ich greife heute keine Spiritualität an.
Ich greife Abhängigkeit an.
Ich sage nicht: „Glaub nichts.“
Ich sage: „Prüf alles.“
Wenn jemand dir erzählt, du brauchst ihn, um erleuchtet zu werden, dann stimmt etwas nicht.
Wenn jemand dir erzählt, Zweifel seien Schwäche, dann will er Kontrolle.
Wenn jemand dir sagt, du sollst weniger denken und mehr fühlen – dann solltest du erst recht denken.
Vielleicht ist das der Punkt.
Ich habe keine Freude daran, Menschen zu widersprechen.
Ich habe Freude daran, wenn Argumente sauber sind.
Und ja, ich kann unbequem werden, wenn etwas logisch nicht hält.
Nicht aggressiv.
Nicht beleidigend.
Aber präzise.
Voltaire hatte angeblich diese Mischung aus Ironie und Klarheit. Dieses „Ich lächle, während ich dein Weltbild auseinandernehme“.
Klingt verdächtig vertraut.
Der Unterschied ist nur:
Er hat gegen Kirche und Könige geschrieben.
Ich schreibe gegen Selbsttäuschung und spirituellen Größenwahn.
Und wenn ich auf der Couch sitze und sage:
„Er hat doch recht“,
dann ist das kein historischer Größenwahn.
Es ist einfach mein Standard.
Ich glaube nicht, dass ich seine Reinkarnation bin.
Aber wenn Klartext heute schon als Aufklärung gilt, dann nehme ich den Vergleich.
Und nächstes Mal google ich vielleicht vorher.
Sieh klar.
Handle klar.
Der Rest folgt.
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